Der Mehrwert von „Augmented Reality“

AR ist ein Verfahren bzw. eine Technologie, die es ermöglicht, mehr aus der uns umgebenden Welt zu erfahren, als die Realität uns zeigt. Es handelt sich dabei nicht einfach nur um zusätzliche Informationen, wie sie z.B. auch ein Navigationsgerät oder AIS 1) bieten. Die realen Informationen werden ergänzt um Daten aus entsprechenden Geräten, die über das Internet „dazugemischt“ werden. Noch sind dazu Devices nötig, wie ein Smartphone oder Tablett PC. Diese blenden Grafiken, Töne, Sprache o.ä. in Realzeit in die durch das Device aufgenommene Realität ein. Das passiert bereits mit Hilfe verschiedener Applikationen, die man sich für das iPhone oder Android Devices herunter laden kann.

Die nächste Bushaltestelle, den nächsten U-Bahnhof inklusive Abfahrtszeiten oder die Informationen über die Häuser in der Strasse, durch die man gerade geht oder fährt, sind so in Echtzeit bereits (theoretisch vollständig, praktisch zum Teil) verfügbar 1). So kann das App Layar 2) in bestimmten Strassen einblenden, welches Unternehmen welche Stellen zu besetzen hat, indem man einfach das Device auf das Gebäude des Unternehmens richtet oder man erhält auf die gleiche Art die aktuelle Restaurantbewertung, bevor man das Etablissement betritt.

mobileappz.com GmbH, ein Tochterunternehmen der TP Theorie&Praxis GmbH, entwickelt zur Zeit eine App für die Immobilienbranche, die verschiedene Geodaten mit Gebäudedaten und Wegen kombiniert und eine weitere App, die bestimmte Informationen in einem Buch intermedial umsetzt.

Die Entwicklung geht aber dahin, die Dinge an sich als Hyperlinks zu benutzen. Pranav Mistry 4) vom MIT 5) experimentiert bereits erfolgreich mit diesem „sechsten Sinn“. Mit relativ bescheidenen Hilfsmitteln gelang es ihm, praktisch jede Oberfläche in eine interaktive Schaltfläche – also ein User Interface – zu verwandeln. So ist es möglich, durch die Kombination von einem kleinen Projektor, einem Spiegel und einem Mobilen Device zu erkennen, worauf der Nutzer gerade schaut. Dadurch können Zusatzinformationen auf die Hand, eine Wand oder sogar die gegenüberstehende Person geworfen werden. Mit zwei farblich gekennzeichneten Fingern (entsprechender Nagellack reicht aus) kann der Nutzer dann bestimmen, was mit der Information passiert. Er kann sie verschieben, auswählen, vergrößern, ergänzen etc. in Echtzeit. Das System erkennt auch komplexere Strukturen und kann z.B. die Tastatur des Phones auf die Hand projizieren, so dass man dann bequem mit der Hand wählen kann. Die Möglichkeiten sind unendlich und reichen von der Markenerkennung im Supermarkt und der Einblendung von Alternativen in Preis und Leistung bis hin zur Erkennung von Orten oder anderen Personen.

Auch Videospiele werden sich durch ähnliche Applikationen grundlegend verändern. Die Wii Konsole erkennt zwar schon Bewegungen etc., ist aber statisch. Zukünftige Systeme werden in der Lage sein, das Videogame in die Strassen zu projizieren und reale mit virtuellen Interaktionen zu kombinieren.

Die Möglichkeiten mit AR die Realität zu erweitern sind also grenzenlos. Sicher gibt es (noch) einige Restriktionen von der Ungenauigkeit von GPS bis dahin, dass es in geschlossenen Räumen nicht funktioniert. Und selbstverständlich die rechtlichen Probleme, die durch die Personenerkennung etc. entstehen.

Weitere interessante Links:

  • AIS: Automatisches Schiffsidentifizierungssystem: Dient zur Erkennung und Übermittlung von statischen Daten, dynamischen Daten und reisebezogenen Daten von Schiffen.
  • http://www.yelp.com/topic/honolulu-yelp-has-augmented-reality-app–monocle
  • http://www.layar.com
  • http://www.pranavmistry.com/
  • http://web.mit.edu/